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 Betreff des Beitrags: Loki
BeitragVerfasst: 9. Jun 2009, 23:49 
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Loki

„Loki."
„Das ist nicht mein Name.“
Flüchtig fragte er sich, wann jene Worte aufgehört hatten eine Bedeutung für ihn zu haben. Am Anfang noch Ausdruck von Rebellion und Wiederstand, war es nun nur noch ein müder Reflex eines lahmgelegten Gehirnes.
Das weiß der Decke spannte sich über seinen Augen, wie der ewige Himmel einer fernen Welt und er kannte all seine Risse und Flecken wie Gestirne. Es war jetzt niemand mehr hier. Er fühlte die Abwesenheit jeder menschlichen Präsenz, die Einsamkeit, die ihn zudeckte wie ein Leichentuch und das Gefühl allein zu sein, in dem weiten Ozean seines Bettes.
Gedanken krochen wie Eis durch seine trägen Synapsen. Er konnte fast spüren, wie sie sich drehten, wendeten und doch wieder nichts als Leere zurückließen.
Manchmal dachte er noch daran. Daran, dass es alles ändern würde, wenn er nur seinen Namen wieder wüsste, doch der Gedanke flatterte bloß auf, wie ein aufgeschreckter Schmetterling, traf auf die Gleichgültigkeit tief in ihm und fiel dann wieder tot zu Boden, mit ausgerissenen Flügeln.
Jemand kam herein, doch der Körper gab nicht's her für ihn. Da war nichts. Keine Anteilnahme, keine Angst....nichts und so schaffte er es nichtmal den Mund zu öffnen, um etwas zu sagen. Professionalität und völlige Gleichgültigkeit. Er beobachtete den Mann, der den Tropf neben seinem Bett erneuerte, seine weißen Finger drehten an Rädern, drückten Schalter, berührten die Haut an seinem Arm, als berühre er einen Toten und da war nichts, bloß ein kleiner Anflug von Ekel.
„Du bist wiederlich.“ sagte Loki, doch der Mann reagierte nicht. Das taten sie nie. Niemals. Und so richtete er die Augen wieder auf die Decke, starrte auf seine leblosen Gestirne und existierte. Mehr nicht.
Manchmal spürte er, wie das ganze Gift in ihn hineinfloss und alles tötete, was da noch gewesen war. Es hatte zuerst seine Erinnerung gefressen, dann seinen Namen, dann alles andere und bald würde es ihn selbst aufgefressen haben, sodass da nichts mehr wäre, als eine Hülle. Er atmete ein, atmete aus. Zeit war hier relativ. Er konnte seit Stunden hier liegen, Tagen, Wochen, Monaten, Jahren....oder einer Ewigkeit.
„Loki.“
„Das ist nicht mein Name.“
Gestalten in seinem Zimmer, professionell, gleichgültig, Körper die nichts hergaben, Gefühle unter Masken erstickt, kein Antrieb für seinen sterbenden Geist, keine Nahrung für seinen erstarrten Körper. Weiße Decke, Gestirne, Ozeane, Schweigen, Schweigen und auf einmal mitten hinein ein einzelnes Gefühl.
Abscheu.
Er fühlte wie es seinen Mund anfüllte wie bitteres Wasser, durch seine Kehle in seine Venen rann wie pures Adrenalin, spürte es in seinen Schädel hämmern, bis er nach Luft ringen musste und sich mit einem Ruck in seinem Bett aufsetzte. Die gesichtslose Horde wand sich ihm zu, wie die rachsüchtigen Engel des jüngsten Gerichtes. Wunderschön und skrupellos, doch sein Blick galt dem einen, dessen Maske bröckelte.
Abscheu, Verwunderung, Beunruhigung.
Hände packten ihn an der Schulter, wollten ihn zurück in den Ozean drücken, ihn wieder unter die kalten Sterne drängen, doch er begehrte auf.
„Du hasst es hier!“ schrie er dem einen zu, der ihn über den grünen Mundschutz anstarrte, als hätte ihn der Blitz getroffen.
„Du hasst es! Du hasst sie alle! Du hasst es hier!“ die Injektion kam schnell, wirkte gut, ließ das weiße Wasser über ihm zusammenschwappen, erfasste ihn wie ein sanfter Orkan und löschte alles weitere aus.
„Loki.“
„Das ist nicht mein Name.“
„Loki?“
Er schlug die Augen auf, schluckte trocken und gab seinem Körper Zeit, die Betäubung zu überwinden. Dass etwas anders war fühlte er sofort. Er war wieder da, der bittere Geschmack der Abscheu, gemischt mit dem warmen Pulsieren des Mitleids, das ihn den Kopf wenden ließ.
„Ich dürfte gar nicht hier sein.“
Er war wieder da, drehte an Rädern, nur zum Schein, der Blick über der Maske fand nur den Boden und in einer langsamen Bewegung setzte Loki sich in seinem Bett auf.
„Es ist eine verdammte Schweinerei, was sie mit euch Jungs hier machen.“
Es war wie eine Wiedergeburt. Er fühlte wie die toten Zahnräder in seinem Inneren sich wieder zu drehen begannen, auf einmal hatte er wieder einen Körper, da waren Zugänge an seinem Arm, das Krankenbett fühlte sich alt und gebraucht an, er fühle sein Herz, seine Atmung, bewegte die Hände, blinzelte, nickte.
„Ja.“ sagte er dann und ließ den Mann nicht aus den Augen. „Du bist neu hier.“
Er konnte spüren, wie der Mann unter der Maske lächelte, auch sein Mund verzog sich leicht nach oben, gab dem bleichen Gesicht mit den spröden Lippen eine gespenstische Freude.
„Das stimmt.“
Lokis graue Augen blickten ihn weiter an, zerlegten alles was er ihm gab in Einzelteile, selektierten, wählten aus, analysierten, stellten fest.
„Du hasst es hier. Das stimmte doch, oder? Du hast dir nicht gedacht, dass es so hier ist.“ er neigte sich ihm ein Stück zu.
„Du willst Menschen helfen. Jetzt grade willst du sogar mir helfen, auch wenn du nicht weißt wie.“
Der Mann starrte ihn an, es war dieser Moment der alles entschied. Wich er zurück war es vorbei, ließ er es zu, konnte Loki sich in seinem Kopf einnisten, die mentalen Finger unter seine Haut graben und ihm in die Seele schauen, sich wie eine Zecke an ihm festsaugen und seine Gefühle konsumieren.
„Du hast Recht. Ich würde dir gern helfen, aber das ist unmöglich.“ Tiefes, tiefes Bedauern. Loki konnte spüren, wie es ihm auf die Brust drückte, schauderte unter den vergrabenen Schuldgefühlen.
„Ja, es ist unmöglich. Ich bin hier gefangen. Sie haben mir alles weggenommen bis mir nichts mehr blieb. Nichts mehr. Sie pumpen Gift in mich hinein, bis ich nur noch das Gefäß ihrer eigenen Illusionen bin, sie fressen meine Persönlichkeit, stehlen sie, töten sie.“
Er hatte sich nun ganz aufgesetzt, hatte eine Hand gehoben und sie auf den Arm des Mannes gelegt. Eine fiebrige Hitze pulsierte mittlerweile in seinen Fingern, verlieh seinen Worten einen grauenhaften Nachdruck.
„So ist es überall. Du wirst regiert von gesichtslosen Engeln, die die Maske der Gleichgültigkeit vor ihre Augen halten und tief in sich drin nichts empfinden als Ekel. Du wirst unterdrückt von jedem der dich unterdrücken kann, niemand liebt dich und wenn doch, dann nur aus Eigennutz und am Ende stehst du allein. Ganz allein.“
Betroffenheit vermischte sich in seinem Magen mit dem ersten Anflug süßen Hasses, der wie Galle in seine Eingewide stach. Er hatte sich vorgebeugt, flüsterte mittlerweile nur noch, die Lippen berührten fast das Ohr des Mannes, der an die Wand starrte, als täte sich dort das Höllentor auf.
„Du versuchst Gutes zu tun. Dein ganzes Leben lang willst du nur das beste, doch es geht nicht! Man verhindert es! Du tust Gutes, doch am Ende findest du heraus, dass du betrogen wurdest. Alles was du produziert hast ist Hass, immer und immer wieder nur Hass, Hass, Hass und Abscheulichkeit und du bist Teil dieser ganzen kranken Welt, du bist ein Zahnrad und kommst einfach nicht heraus! Niemals! Du wirst geboren und sie legen dir Ketten an, als Kind sind sie noch sehr groß, du spürst sie kaum, doch je älter du wirst, desto enger spannen sie sich um dich, bis du nicht mehr atmen kannst! Du bekommst keine Luft mehr! Du willst nur noch raus! Fliehen! Doch egal wohin du gehst, tief in dir drin, tief dort drin wirst du immer die Zahnräder hören, die Ketten spüren und erkennen, dass es keinen Sinn hat. Du bist ein Sklave, dein Leben lang, bis du elendig an deinen eigenen Fesseln erstickst. Es gibt keine Hoffnung.“
Das Entsetzen schnürte ihm die Kehle zu, seine Hand krallte sich einen Moment fest in den Arm des Mannes bis dieser aufsprang und gewaltsam vor ihm zurückwich. Loki spürte, wie das Schluchzen sich mechanisch seiner Kehle entrang, sein Herz krampfte sich zusammen.
„Es gibt keine Hoffnung!“ schrie der Mann, oder er selbst, es war egal, sie waren jetzt eins.
Glas splitterte, als ein Körper sich mit aller Gewalt gegen und durch das Fenster schmiss. Ein Schrei zerriss die schweigende Nacht. Lokis Hände krallten sich tief in das weiße Laken, die Tränen brannten heiß auf seinen Wangen, Schluchzer drängten aus seiner bebenden Brust, erschütterten ihn, ballten alles in ihm zusammen.
Dann war es vorbei, die Nacht war wieder nur die Nacht, schweigend und er allein. Wie die Nachwirkungen einer Droge wich alles Gefühl aus seinem Körper.
Als die Tür des Zimmers mit einem Ruck göffnet wurde, konnte er sich nichtmal mehr dazu überwinden aufzusehen.
„Loki!“
Er starrte auf seine Hände, schmale, ruhige Hände über dem weiß des Ozeans des Betts der jeden Laut erstickte, ihn zu sich zog wie in die Umarmung eines alten Freundes.
„Das ist nicht mein Name.“ sagte er, dann legte er sich zurück und btrachtete die bleichen Gestirne seiner Decke, wie der ewige Nachthimmel einer fernen, weiten Welt.

_________________
"Es gibt keine Hoffnung."


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