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 Betreff des Beitrags: Nebenbei
BeitragVerfasst: 8. Jul 2010, 06:10 
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 Betreff des Beitrags: Re: Nebenbei
BeitragVerfasst: 8. Jul 2010, 06:11 
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Das Vorbeirauschen eines Lasters. Das einzige Geräusch neben dem Rauschen in den Blättern des großen Baumes. Der Garten hatte schon lange angefangen wild zu wuchern. Ein paar Schritte durch dichtes Gras, die blassen Turnschuhe fanden den Weg ohne Zögern. Irgendwo am Rand stand noch verlassen ein leerer Blumentopf, wie zur Zierde übergelassen, halb vom Gras verdeckt. Er stieß mit dem Fuß dagegen, wie schon so oft. Er konnte den Kies auf dem Weg unter seinen Schuhen knirschen hören, er konnte es spüren, wie die Steine aneinanderrieben und knirschten als liefe er barfuß.
Noch ein paar Schritte . Stufen. Vier Flache Stufen. Ein Schritt, noch ein Schritt. Langsamer, schwerer. Er spürte den Drang sich umzudrehen seine Bewegungen fahrig werden lassen, sodass er mit der Schuhspitze federnd gegen eine der Stufen trat. Stufe drei. Den letzten Schritt begleitete eine leises Rascheln von einer alten, verwaschenen Fußmatte. Ein Sonnenblumenmuster.
Er starrte stumm auf die Tür und streckte die Hand aus. Mit einem unhörbaren Ton öffnete sich die Tür nach innen in einen dunklen Flur, müde im Sommer, dämmrig wie ein Nachmittagsschlaf. Schatten und Licht. Ein Schritt und er stand dazwischen, ein Schritt und er roch alten Geruch nach Möbeln und Stoffen, nach ewig abgestandenem Putzmittel, das ihm fremd in die Nase stach und doch all das andere nicht überdecken konnte.
Seine Schuhe quietschten auf den glatten Kacheln des Eingangs. Er warf einen Schatten in das Haus, warf einen noch dunkleren Schatten in den verblassten Raum. Ohne die Eingangstüre zu schließen machte er einen letzten Schritt in den Raum. Rechts von sich sah er durch die geöffnete Tür die Küche. Durch die vorgezogenen Gardinen fiel das grelle Sonnenlicht ein und erleuchtete die Küchenzeile mit ein paar goldenen Sprenkeln. Sein Blick blieb daran hängen, bis die Wand in sein Sichtfeld kam, die verblasste Tapete, dann der Weg hoch, die Treppe. Seine Schritte klangen dumpf und fremd auf den Stufen. Er zählte sie stumm in seinem Kopf mit, legte die Hand immer wieder auf die Wand, als wolle er das Herz des Hauses spüren. Stille antwortete ihm feindselig, strafte ihn einen Eindringling.
Dichter Teppich fraß hier oben seine Schritte, ließ kaum einen Laut nach unten dringen. Die Schritte wurden hastiger, durch das große Fenster des Daches fiel grell das Licht ein und malte ein schiefes Viereck auf den Boden neben dem Treppengeländer. Noch ein paar Schritte. Er stieß erneut eine Tür auf. Der Geruch nach Staub und Vergessen hing hier dicht in der Luft, gemischt mit der Einbildung nach süßlichem Waschmittel.
Hastige Hände rissen nun die Schranktüren auf. Leere dahinter starrte ihn dunkel an. Der Geruch mehr nicht als Erinnerung. Nun die lauten Schritte auf dem Parkett, wieder verschluckt von dem Teppich vor der Tür. Achtlos offen gelassen. Weiter. Der selbe Weg, das hastige Aufreißen einer weiteren Tür, der Geruch nach Kühle und Kacheln, Wasser? Mit einer schmerzhaft verdrehten, ruckartigen Handbewegung setzte Wasserrauschen ein. Tropfen trafen seine Hände, färbten sein Shirt und seine Hose mit dunklen Sprenkeln.
Weiter. Schritte nun hastiger, noch eiliger, hektisch beinahe. Der Teppich verschluckte sie, verschluckte das Geräusch der sich öffnenden Tür, die man ein wenig mehr anschieben musste wenn man klein war. Er konnte es genau hören, das leise Schaben von Holz auf Teppich, der heruntergdrückt wird. Stille. Das Zimmer duster, das Bett fehlt. Er starrte auf den hellen Fleck, der die Stelle an der es stand markierte. Der Nachttisch stand daneben, immer noch, ein Zeugnis, ein Überbleibsel. Er riss die Schubladen auf, alle nacheinander. Leer. Eine landete polternd auf dem Boden.
Finger in blondem Haar, Schritte auf Parkett, auf Teppich, auf Stufen.
Er streift durch die Räume wie ein blasser Geist. Die Wut verklingt wie immer rasch und übrig bleibt nur schmerzende Ruhe.
Er verlässt das Haus, tritt wieder hinaus in den Sonnenschein. Es ist spät geworden, inzwischen malt die Sonne alles golden. Es wird ein langer Sonnenuntergang. Es ist der längste Tag des Sommers. Er sitzt gegen die Tür gelehnt da, auf der obersten Stufe vor dem Haus. Das Gras wippt im leichten Wind hin und her. Er reißt ein paar Halme ab und lässt sie fliegen. Sie kommen nicht weit. Die Sonne fühlt sich angenehm warm auf seiner Haut an, wie ein goldener Schimmer, eine wärmende Hülle. Die Blätter im Baum Rascheln lauter. Einige Wolken fliegen rascher über den hellblauen Himmel. Ob es ein Gewitter gibt? Die Schaukel am Baum schwingt lautlos hin und her. Einen Moment will er aufstehen und sich setzen, doch er kann nicht. Die Sonne ist zu warm, sie macht sein Herz zu schwer. Er sieht nicht mehr zurück. Nur der wilde Garten, nicht das dunkle Haus. Er streicht sich durch das blonde Haar, es ist jetzt recht kurz geschnitten. Er mag es nicht wenn es lang wird. Wenn sie das Gras schneiden würden und neue Möbel kaufen würden, wäre es ein schönes Haus. Er lächelt müde. Die Straße ist leer. Alles wird von der Müdigkeit des langen Abends verschluckt. Das goldene Licht bricht durch die Blätter des Baumes und blendet ihn inzwischen. Unter seiner Hand spürt er Erde, kleine Kieselsteine, er streicht sie an der Hose ab und lehnt sich wieder gegen den Rahmen der Tür, streckt ein Bein aus und legt die Hand darauf ab. Er schmälert die Augen. Kann sich selbst sehen. Kann sich vor sich sehen. Damals. Es wird ein Gewitter geben. Er hört das ferne Donnern. Der Wind nimmt zu, zerrt an den Blättern des Baumes, zerrt an der Schaukel. Sie schwingt mit leisem Quietschen. Natürlich. Warum sollte sie jemand ölen. Er bildet es sich ein. Die Sonnenflecken vor seinen Augen spielen ihm einen Streich. Er sieht sich. Er sieht die abgemagerte Gestalt mit den tiefdunklen Augenrändern und den blassen Sommersprossen. Er hat jetzt keine Sommersprossen mehr. Seine Augenränder überschminkt er, sie gehen nicht mehr weg. Er schläft nicht viel, aber das weiß niemand. Alles ist so wie es sein sollte. Solange es in seinem Kopf bleibt. Doch hier ist die Vergangenheit am Leben. Illusion. Glaubt er es? Kann er tiefer blicken? Es donnert abermals. Der Wind ist stärker geworden. Er kann sehen wie die langen blonden Haare der Gestalt vor ihm fliegen. Sie streckt ihm die Hand hin. Er starrt in die aufgerissenen blauen Augen. Es ist dunkel. Die Wolken sind zugezogen. Ob er aufstehen wird? Er öffnet die Lippen, will etwas sagen, will die Hand heben, will es abschließen.
Der Moment ist vorbei. Er sieht nicht mehr hin. Das goldene Licht liegt schwer auf den dunklen Gräsern, den dunklen Blättern, dem so dunkel und stumm daliegenden Haus, legt sich stumm auf die blasse, unauffällige Gestalt, die man übersehen würde, wenn man vorbei ginge. Es donnert heftig und er zuckt zusammen, hebt den Kopf gen Himmel und zieht die Schultern hoch. Kopfschüttelnd senkt er den Kopf wieder. Die Gräser beginnen lauter zu rascheln als es zu regnen beginnt. Dann gießt es. Es klingt wie tausende von kleinen Splittern, die in eine Schale fallen. Tropfen fallen auf seine Haut, sie sind kühl. Spülen den Sommer weg. Der müde Blick liegt auf dem schwarzen Schriftzug auf der hellen Haut. Er wischt darüber, dann steht er auf, tritt in den Regen, auf den offenen Platz vor dem Haus. Er hebt den Blick und schließt doch die Augen.
Dass dies alles nur ein Traum ist, das hofft er. Dass der Regen alles wegwischt, das wünscht er. Das ist nicht sein Leben. Er schiebt es weg. Er hört nur dem Regen zu. Regen. Es riecht nach aufgewärmtem Asphalt und nasser Erde. Ein Sommergewitter.
Die Tür steht offen, doch der Schatten der Vergangenheit fällt nicht länger in das Haus. Nur eine nasse Gestalt, die die Straße heruntergeht. Ob eine Rückkehr etwas ändert? Dafür ist es schon lange zu spät.
Nur ein weiterer Sommertag.

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 Betreff des Beitrags: Re: Nebenbei
BeitragVerfasst: 8. Aug 2010, 06:45 
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Eines Nachts wird mir klar dass es so nicht weitergehen kann.
Also stehe ich auf, setze mich mit meinem Laptop und einem Glas Wein in mein Bett. Ich nehme ein paar Pillen. Das beruhigt mich.
Ich suche nach einem Anfang. Wo soll ich anfangen? Aber das was in meinem Kopf ist, lässt sich nicht ordnen. Es hat keinen Anfang und kein Ende, es ist eine Geschichte, die sich noch schreibt. Ich schaue auf den schwarzen Strich, er scheint auffordernd zu blinken auf dem strahlend weißen Hintergrund. Lädt mich ein alles herunterzuschreiben.
Ich
Ich beginne mit diesem Wort und weiß sogleich nicht mehr was darauf folgen sollte. Ein Schluck Wein, fast ärgerlich, das Glas landet schwappend wieder auf dem Nachttischchen.
Löschen. Ich drücke dreimal auf die längliche Taste und starre stumpf auf den blinkenden Strich. Mir fällt nichts ein. Bilder. Eindrücke. Erinnerungen. Gedanken. Es fängt an zu schmerzen wenn ich daran denke. Die Bilder sind keine einfachen Bilder, sie sind meine Gefühle, meine Empfindungen, meine Gedanken. All das was ich jetzt bin, macht es nicht besser, es macht es nur schlimmer. Fehler, falsche Entscheidungen, falsche Abzweigungen, die ich genommen habe.
Das weiße künstliche Licht lässt den Raum merkwürdig strahlen. Die Falten in der Decke unter mir wirken unnatürlich, der Raum wirkt grau und alt. Selbst meine eigenen Kleider haben ihre Farbe verloren und lassen mich Teil der Vergangenheit werden, die sich nur weiter in meinem Kopf abspielt. Blinkender Strich.
Ich
Warum ich es wieder schreibe, weiß ich schon im nächsten Moment nicht mehr. Ich mache einen Absatz. Vielleicht muss ich dieses Wort ja schreiben um weiterzukommen.
Julian und Mo
Es kommt wie von alleine. Der nächste Absatz, der nächste Schluck Wein, viel weniger herrisch, viel motivierter. Ich blicke eine Weile auf die getrennten Zeilen, dann füge ich beides zusammen.
Ich, Julian und Mo
Ich fange an zu schreiben:
Ich weiß nicht mehr wann es angefangen hat. Ich kann mich nicht an den Tag erinnern oder ich will es nicht mehr. Es ist alles eine blasse Erinnerung und wenn ich versuche Farbe dazuzugeben, dann schmerzt es zu sehr als dass ich bei Bewusstsein bleiben könnte. Wenn ich zurückdenke, kann ich kaum klar denken, es macht mich rasend und hilflos zugleich. Es weckt alte Gefühle, neue Gefühle, es ist als breche man längst verheilte Wunden auf, als würden Narben anfangen zu bluten wie frisch geteiltes Fleisch.
Dies ist eine Geschichte, und nur so kann ich sie niederschreiben. Ich bin keiner der Protagonisten. Ich schreibe blind, ich schreibe taub, ich spüre nicht ein Wort, ich spreche es laut mit, aber trotzdem weiß ich nicht einmal was ich da sage.
Ich schreibe es und werde es niemals wieder lesen. Ich werde es abheften wie man alte Dokumente archiviert. Ich werde die Schublade schließen und es ruhen lassen, bis die Schrift blass wird. Ich werde warten und irgendwann ist es egal.
Die Flasche Wein ist leer. Die Schrift ist schwarz und der Strich blinkt. Ich halte den Finger auf den Pfeil. Der Strich wandert, rast nach oben. Seite um Seite. Wort um Wort. Ich schnappe ein paar davon auf, doch sie erreichen mich nicht.
Ich, Julian und Mo
Der Strich will nicht weiter nach oben. Draußen ist es hell, das Licht fällt durch die Rollläden herein, ganz oben wo sie nicht ganz aufeinandergeschlossen haben, als ich sie gestern abend heruntergelassen habe. Ich mag dieses Licht nicht, das sie im Raum schaffen. Ich starre auf den blinkenden Strich, dann lasse ich den Finger von der Taste rutschen.
Das ist nicht meine Geschichte. Wieder drücke ich dreimal auf Löschen.
Tristan, Julian und Mo
Das ist das letzte an das ich denke als der Bildschirm dunkel wird. Das ist das letzte an das ich denke als ich zurück in meine Kissen sinke und die Vögel draußen zu zwitschern beginnen. Das ist das letzte, das sich in den Geruch von Waschmittel und Wein mischt.
Es ist nicht meine Geschichte.

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